Samstag, 21. März 2015

Neues aus Kirgistan

Nun ist es schon wieder etwas her, dass ich berichtet habe, aber es ist viel passiert in der Zeit.
Am 28. Februar bin ich spontan mit ein paar Freunden auf ein Uigurisches Konzert gegangen. Auf dem Programm standen Tänze, Gesangsstücke, kleine spielerische Darbietungen und Informationen über das Volk, Traditionen und Musikinstrumente in Form von kleinen Informationsfilmen. Ich fand es richtig toll. Hier in Kirgistan sind die Uhiguren mit 1 % Anteil an der Bevölkerung sehr wenig vertreten , doch sind sie im Land durch ihre Kultur sehr präsent. Vor allem gibt es an jeder Ecke Restaurants oder Imbisse die uhigurisches Essen verkaufen. Übrigens auch sehr lecker.
Die Musik als auch der Tanzstil inkl. Der Kleidung geht sehr in die indische Richtung, was ich  persönlich ja sehr gerne mag. Also insgesamt ein sehr gelungener Abend.



Sonntag, der 1. März , Frühlingsanfang !!!! Und das Wetter spielt auch mit. Mit fast allen Freiwilligen, einer Kirgisin und zwei Ukrainern geht es ins Ala Archa, ein Nationalpark ca. 30 Minuten von Bishkek entfernt. Nach einer etwas abenteuerlichen Anreise, bei den Marshrutkas weiß man irgendwie nie genau wo man letzten Endes ankommt, ging es ab in die Berge. Es war wirklich wunderschön, aber ich denke, dass erkennt man auch an den Bildern. Beim laufen konnte man sogar ohne Probleme nur in T-Shirt laufen. Eine kleine Pause mit Blinis(Pfannkuchen) und einem kleinen Mittagschläfchen  in der Sonne, hat schon den ein oder anderen kleinen Sonnenbrand hervorgebracht.

6. März- wir feiern den 8. März, Frauentag im Dorf.
Wie in den meistens post-sowjetischen Ländern wird dieser Tag sehr groß gefeiert. Damit solche Feste mit allen gefeiert werden können, finden diese für gewöhnlich an dem Freitag davor oder dem Montag danach in unserer Einrichtung statt. Mit den Bewohnern haben wir ein kleines Konzert mit Singen (auch Sonja und Ich haben uns an kirgisischen Liedern ausprobiert), Tänzen und Gedichten vorbereitet. Zur Feier des Tages wurde dann noch ein Schaf geschlachtet und draußen in unserer Sommerküche zubereitet, was auch durchaus sehr lecker war. Jedenfalls bevor die 50 Liter Öl zugekippt worden sind :D

Das Wochenende habe ich wie gewöhnlich in Bishkek verbracht. Es standen die Geburtstage zweier freiwilliger an, welche am Samstagabend unter dem Motto der „ 90er“ gefeiert worden sind. Sehr amüsante Angelegenheit, vor allem das Kleidung heraussuchen. Ansonsten war das Wochenende sehr entspannt und sehr schön.

Freitag, ging es ab in die Berge. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben Snowboarden und hatte sehr Spaß. Auch wenn ich mich das ein oder andere mal auf die Nase gelegt habe. Es war ein wirklich toller Tag und ich konnte die 2 Meter Schnee richtig genießen. Denn ehrlich gesagt, hatte ich eigentlich genug vom Schnee. Aber so ist Schnee echt toll. Zudem hat die Sonne den ganzen Tag gescheint. Ein weiterer sehr schöner Tag. Und dich bereue es sehr, dass ich das mit dem Snowboarden oder Ski fahren nicht schon vorher mal ausprobiert habe. Abends ging es übrigens nicht nach Bishkek, da wir das Wochenende hier verbringen wollten.
So haben wir Samstag  mit den Bewohnern Türschilder für ihre Zimmertüren gebastelt, gespielt und alles andere gemacht was so angefallen ist. Sonntagvormittag ging es dann ans Eingemachte. Malin und Sonja kochen kirgisisch. Bzw. eigentlich haben wir nur geholfen. Aber mit Erfolg. Jedenfalls gab es „Oromon“ eine nudelähnliche Teigtasche, die mit Kartoffeln, Möhren und Fleische gefüllt ist. Die wahre Kunst dabei ist es, den Teig hauchdünn auszurollen. Das ganze war am Ende sehr lecker. Der Nachmittag wurde weiter mit Basteln und Spielen verbracht. Insgesamt ein sehr schönes Wochenende, welches mit sehr viel Spaß bereitet hat. Ich freue mich schon auf unser Wochenende im April. 



Ala Archa Nationalpark

Oromon

Bin auf jeden Fall jetzt Profi im Teig ausrollen !

Snowboarden 


Uigurischer Tanz

Sonntag, 8. März 2015

Hier mal ein recht interessantes Thema, welches hier wohl gerade zum 8. März wieder viel ins Gespräch kommt. Lohnt sich !

http://www.vice.com/video/bride-kidnapping-in-kyrgyzstan-part-1

Freitag, 6. März 2015

Fotos Georgien









Hier die versprochenen Bilder aus Georgien:



Mtskheta, die ehemalige Hauptstadt Georgiens

Tbilisi, Innenstadt

Tbilisi, Außenbezirke

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Moschee


Tbilisi bei Nacht

Ein paar Freiwillige






Georgien

Nach einem für mich sehr stressigen Flug sind wir um ca. 22 Uhr Ortszeit in Tbilisi angekommen und wurden glücklicherweise von dem Hausvater der Dienststelle, wo unser Seminar stattfinden sollte abgeholt. Sonja und ich haben uns für die Nacht bei zwei anderen Freiwilligen einquartiert.
Der weg dorthin war sehr beeindruckend. Schon Kasachstan hatte uns alle in Erstaunen gesetzt. Aber was Tbilisi noch  zu bieten hatte war überwältigend. Ich denke es ist nicht einfach nach zu vollziehen wenn man selber noch nie in so einer Situation gesteckt hat. Aber nach ca. 6 Monaten in einem Land, welches von der Infrastruktur und anderen Dingen her einfach total anders ist als  gewohntes ist es echt besonders in ein Land zu kommen, was heimische „Standards“ hat oder einfach nur historische Bauwerke. Und dazu muss man sagen, dass Tbilisi einfach bei Nacht wunderschön aussieht. Alle wichtigen bzw. historischen Gebäude sind beleuchtet und in der Mitte der Stadt fliest der Fluss. Es sah wirklich atemberaubend für mich in diesem Moment aus.
Montagmorgen sind wir dann mit der Marshrutka nach Saguramo gefahren, ein kleiner Ort in der Nähe von Tbilisi, wo unser Seminar stattfinden sollte.
Bezüglich des Seminars weiß ich nicht so genau, was ich da erzählen soll. Ich möchte eigentlich nur sagen, dass es mir sehr gefallen hat und unglaublich gut getan hat mich mit den anderen auszutauschen und einfach mal ein bisschen Abstand von allem zu bekommen. Wir haben uns alle sehr gut verstanden und hatten eine tolle Zeit miteinander. Das Seminar hat mir in vieler Hinsicht sehr geholfen und ich bin wirklich motiviert wieder nach Kirgistan zurückgekehrt. Letzten Endes scheint es mir nämlich ziemlich egal in welchem Land man ist, irgendwie werden wir Freiwillige fast alle mit ähnlichen Problemen und Schwierigkeiten konfrontiert. Und nur mal so nebenbei, das Essen war fantastisch. Schon einmal vorweg, meine erste Arbeitswoche nach dem Seminar war sehr gut und hat mit wirklich viel Freude bereitet.
Freitagmittag war dann auch das Seminar beendet und wir sind alle zusammen zurück nach Tbilisi gefahren. Da unser Flieger erst am Sonntag gegangen ist hatten wir demnach noch ein paar Tage Zeit, um uns die Stadt auch mal im Hellen anzuschauen. Und ja es hat sich gelohnt. Es ist echt wunderschön da. Viele alte Kirchen und Gebäude. Aber es gibt auch Ecken die eigentlich genauso aussehen wie in Bishkek. So hat man dort halt beides. Kulturelle und architektonisch schöne Gebäude aber auch alte Sovjetblocks. Ähnlich wie Bishkek soll es dort im Sommer auch sehr grün sein. Besonders hat mit gefallen, dass die Stadt  in einem Tal liegt und sich über kleine Hügel streckt. So kann man gut auf die Hügel gehen und die Stadt von oben anschauen.
So war ich Samstag als auch Sonntag unterwegs uns habe mir die Stadt angeschaut und mich durch das leckere Essen von Georgien gegessen. Ich hatte eine sehr tolle Zeit in Georgien aber als wir nach einer super Nacht in Kasachstan am Flughafen mittags um 12 wieder Bishkek waren, war ich auch einfach wieder glücklich zuhause zu sein. Das Leben hier ist echt nicht so einfach und es gibt viele Probleme die einen irgendwie einschränken und von der gewohnten Leichtigkeit abhalten und trotzdem ist es einfach schön hier. Ich fühle mich sehr wohl und ich weiß, dass die Sommerzeit auch um einiges einfach sein wird. Es gibt einfach mehr Möglichkeiten.

Dienstag ging es dann auch endlich mal wieder ins Dorf. Ich war seit über 3 Wochen nicht arbeiten und habe es echt vermisst und mich total gefreut wieder da zu sein. Außerdem habe ich viele neue Ideen, die ich gerne umsetzten möchte. Und ja momentan habe ich sehr viel Spaß bei der Arbeit und bin einfach überglücklich, dass ich hier bin.
Und noch eine gute Nachricht. Es gibt jetzt warmes Wasser im Dorf und Internet, in der nächsten Zeit soll sogar WLAN installiert werden. Ich meine, wir sind auch ohne sehr gut klar gekommen aber es ist schön, wenn man die Zeit die man hier abends hat nutzen kann. Und dazu kommt ich bin noch ein halbes Jahr hier, aber ich möchte im Herbst mit meinem Studium anfangen, dh. Ich muss mich um die Bewerbungen kümmern und dafür brauche ich einfach öfters als nur am Wochenende Internet. 


Also wir Ihr seht, es entwickelt sich hier momentan alles sehr gut. Ich hoffe für die nächste Zeit einfach, dass ich nicht mehr krank werde :D und das sonst alles so weiter läuft. 

Viele Liebe Grüße aus Kirgistan.

Und die Fotos aus Georgien folgen Morgen.

Montag, 23. Februar 2015

Kasachstan, Almaty


Wieder zurück in Kirgistan. Die letzten 10 Tage waren sehr ereignisreich und schön. Ich erzähle jetzt erst ein mal über die zwei Tage die wir in Kasachstan verbracht haben.Samstag morgen um 6.45 ging es mit der Marshrutka los nach Almaty, ( unser Flug nach Georgien ist von da aus gegangen, daher haben wir beschlossen zwei Tag in Almaty zu verbringen) nach ca. 5 Stunden sind wir bei unserem Couchsurfer angekommen, der sich bereit gestellt hat uns alle 5 für eine Nacht aufzunehmen. Vorab ist zu sagen, dass Kasachstan schon eine Art Kulturschock für uns war, aber im positiven Sinne. Die Straßen, Gebäude einfach das ganze Stadtbild war nach einem halben Jahr in Kirgistan unglaublich anders, so europäisch. Wie sehr man sich doch über eine vernünftige Straße freuen kann oder, dass es alles im Supermarkt zu kaufen gibt. Jedenfalls haben wir mit Anuar einen ganz tollen Menschen kennen gelernt der sich sehr gut um uns gekümmert hat. Nach ein bisschen Sightseeing am Nachmittag kamen abends ein paar Freunde und wir sind später noch in einer Bar gegangen. Zwei meiner lieber Mitfreiwilligen haben beschlossen ein bisschen früher nach Hause zu gehen...und die Tür von innen abzuschließen ( Danke dafür :D) , so sind wir restlichen und unser Couchsurfer leider nicht mehr in de Wohnung gekommen und mussten uns einen neuen Schlafplatz suchen. Aber halb so schlimm.
Sonntag haben wir noch ein mal die nähere Umgebung erkundet und uns von Anuar durch die Stadt führen lassen. Das Stadtbild ist geprägt von alten massigen Sovjetgebäuden und neuen, meist mit Glas verkleideten Gebäuden. Insgesamt gibt dies einen doch sehr modernen Eindruck. Ich finde Almaty als Stadt sehr schön. Zu beachten ist einfach, dass es sich bei den zentralasiatischen Ländern um Länder handelt die von Nomaden besiedelt sind und die durch ihre Kultur selbst keine Bauwerke bzw. nur kaum erschaffen haben. Dh. die eisten Städte sind nicht älter als 100 Jahre, was das Stadtbild maßgeblich prägt. Eigentlich schade, da mir persönlich alte Bauwerke sehr gut gefallen.
Ich werde auf jeden Fall im Sommer nochmal nach Almaty reisen. Ich denke, dass im Sommer die Stadt erst so richtig lebt und dann noch schöner ist.

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Hotel Kasachstan
 Metro Station
Almaty hat ein Metronetz mit ganzen 7 Stationen, die dafür sehr sehr schön gestaltet sind. Der Bau dieser Metro hat über 20 Jahre gedauert






internationale Kontakte knüpfen immer und überall

Almaty
Grenzübergang Kirgistan/kasachstan





 

Montag, 9. Februar 2015

Zum Geburtstag viel .....Krankenhaus.

Nach einer weiteren schönen Arbeitswoche, die schon frühe als gewöhnlich endete, da es Freitag kein Strom gab, ging es also schon Donnerstag nach Bischkek. So, was stellt man mit so einem langen Wochenende an ? Klar, man nutzt die Zeit, fährt weg, geht feiern, unternimmt was mit Freunden usw. 

Aber nicht so Ich, Ich werde es schaffen die nächsten zwei Wochen im Bett zu verbringen. Also mein Hauptbeschäftigung wird demnach das schlafen sein. Um ein wenig Spannung in die Sache zu bekommen, geht es dann auch Mittwoch schon ins Krankenhaus. 

...Aber von vorne. Ich meine für das Wochenende war einiges geplant. Freitag wollten Sinja und ich Dinge für unser Zimmer besorgen, Lasagne machen, auf den Basar gehen, Samstag auf Luisas Abschiedsfeier und Sonntag zum Inder essen gehen , um dort in meinen Geburtstag rein zu feiern. 


Freitag:
Morgens mit Kopfschmerzen wach geworden. Nach Shopping durch Bischkeks Second Hand Szene mit noch viel mehr Kopfschmerzen ins Bett gekrochen und mich wunderschönsten Fieberträumen hingegeben.

Samstag:
Nach einer schlaflosen Nacht, den ganzen Tag im Bett gelegen und dem Hörbuch von "Tausend Strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini zu gehört.
Den Abend habe ich sogar planmäßig auf Luisas Abschiedsfeier verbracht, wo sie uns spontan mitgeteilt hat, dass sie Dienstag nach Hause fliegen wird, da sie sich entschlossen hat das Ganze hie abzubrechen . Alles Gute dir Luisa !

Sonntag:
Schlaflos 2.0, Frühstück bei der anderen WG- mir geht es echt schlecht, Fieber und Symptome wie bei eine Mandelentzündung. Um am Abend Essen gehen zu können  lege ich mich mal wieder in mein Bett. Der Abend wird mit unglaublich leckerem Essen aber Schmerzen in meinem ganzen Körper überstanden.

Montag:
HAPPY BIRTHDAY MALIN !!! :D
Nach eine weiter unglaublich tollen und schlaflosen Nacht geht es in aller Früher mit der Marshrutka ins Dorf. Nach dem Morgenkreis, mit Geburtstagslieder, Geschenken und Geburtstagswünsche für mich entscheide ich mich trotz allem ins Bett zu gehen. Leider verpasse ich so mein extra für mich angerichtetes Geburtstagsessen.

Bis Mittwoch schaukelt sich das ganze noch höher und Mittwoch morgen dann - ENDLICH, mein Gesicht erblüht fleckenartig in strahlendem rot. Dieses wunderschönen Flecken werden sch die nächsten 24 Stunden noch komplett über meinen Körper verteilen, nur meine Fußsohlen bleiben verschont. Wie mir Sonja übrigens nicht nur einmal erzählt hat, ich muss unglaublich wunderschön ausgesehen haben. 

Nach einen Telefonat mit der deutschen Botschaft sind wir zu einem sehr edlen Privatkrankenhaus gefahren, die mich auf eine viele umso weniger edlen Art und Weise mehr oder wenige aus dem Krankenhaus geschmissen haben. So ging es zum einzigen Infektionskrankenhaus hier. Dort durfte ich ca. zwei Stunden lang in einem kleinen kalten Räumchen, zwischen Meinesgleichen, also hustenden und rot-blühende und total müden Menschen ( also wer bis dahin nicht krank war, war es spätestens zu diesem Zeitpunkt) wurde mir empfohlen doch auf jeden Fall eine Nacht im Krankenhaus zu bleiben. Ich war von dieser Idee erst nicht so begeistert, da ich nach kirgisischen Standard behandelt werden sollte und dieser nicht immer so vertrauenerweckend ist .

Letztendlich bin ich jedoch sehr froh, die letzten 5 Nächte im Krankenhaus gewesen zu sein, da Mittwoch Nacht, nach zahlreichen Paracetamol Tabletten und einer Infusion das Fieber dennoch auf über 41, Grad gestiegen ist. Diesem Fieber wurde jedoch mit eine Spritze in mein Popöchen ein Ende gesetzt. 
Von da an ging es dann endlich bergauf, das Fieber war bis Donnerstag Mittag  weg. Lediglich der Ausschlag fing fürchterlich zu jucken an , dem konnte ich aber mit meiner im 20 -Minuten Takt "Eiskaltes- Wasser-über-das-Gesicht-laufen" und das Gesicht danach mit einem in kaltem Wasser getränkten Handtuch bedecken " Routine entgegensetzten, sodass am Abend auch dieses Übel überstanden war. Morgen , also am Montag darf ich wieder nach Hause, da ich dann nicht mehr ansteckend bin und auch soweit wieder fit, dass ich in die Wildnis entlassen werden kann , wenn auch ein wenig geschwächt :D .
Abgesehen von dem noch vorhanden Ausschlag , der aber schon deutlich besser aussieht, bin ich bis auf kleine Wehwehchen und einer leichten allgemeinen Schwächung wieder gut drauf. Die Zeit bekomme ich mit Schlafen und mit meinen Mitmenschen quatschend erstaunlich gut rum. Besonders tragen die Kleinen zur allgemeinen Erheiterung zu. Gestern ist ein kleiner 10 Monate alter Junge, gerade laufen lernend durch den Flur gewackelt, in dem er ein Handy mit lauter Musik in seiner Hand hatte und herrlich süß dazu getanzt hat. Bei soviel Süßigkeit kann man nur gesund werden. 

Kurz etwas über das Krankenhaus:
Entfernt euch von den Vorstellungen von deutschen Krankenhäusern das hier ist viel viel ...naajaa etwas ganz anderes. Ich fühle mich ein paar Jahrzehnte zurückgesetzt. Also die Zimmer sind OK, aber sehr einfach. Vier Holzbetten, die eher hat als bequem sind plus jeweils ein Nachttischchen.
Die Toilette auf dem Flur (EINZAHL) sehr einfach und meistens auch sehr dreckig aber naja dafür dass sie von ca. 50 Leuten benutzt wird, doch relativ sauber.
Wenn ich trinken will muss ich über den Flur bis in die Küche laufen, wo ich auch mein mitgebrachtes Geschirr spülen kann. Drei Mal am Tag gibt es essen. Morgens und Abends Brei und am Mittag Suppe oder Nudeln/Reis. Beides durchaus essbar wenn man dank des Schnupfens eh nichts schmeckt.

Von der Behandlung her bin echt zufrieden, die Ärztinnen und Krankenschwestern sind sehr nett und kümmern sich echt gut um einen. Außerdem setzten sie sich auch mal zu einem aufs Bett und quatschen mit einem über persönliche Dinge. Vor allem Abends ist hier die Stimmung locker und gelöst. Laute Musik, Grüppchentreffen auf dem Flur, spielende Kinder, die Jungs am Karten spielen, die Schwangeren in einer Ecke usw usw.. Medizinisch bin ich auch gut versorgt worden, Infusionen Spritzen und Tablette für mein Wohl. Trotzdem freue ich mich morgen früh endlich wieder nach Hause zu dürfen.



    Mein Zimmer und mein schöner Arm :D 

Bad, WC und Badewanne als Waschbecken

Küche !

Flur, mit Bett ( Flur war auch voller Menschen, da nicht genug Betten in den Zimmern waren)


Sonntag, 25. Januar 2015

Schöne Zeiten

Eine Wunderschöne Zeit liegt hinter mir. Vor allem die letzte Woche war echt toll. Sonja war weder mit dabei und hatte einen schönen Urlaub. Die Woche ohne sie war auch gut, wenn auch ein bisschen stressig.
Da unsere Arbeiterin aus der Werkstatt momentan krank ist , sitzen wir mit in der Werkstatt und helfen nähen und passen ein wenig auf. Das ganze ist sehr interessant, da man viel reden kann. So haben wir letzte Woche über die Vorfälle in Frankreich und generell über das " Islam " geredet. Es ist sehr interessant de Meinung von den hier lebenden Menschen zu hören und wie sie über dieses Thema denken.  Außerdem gab es so Themen wie "was ist Liebe ? " oder wie man sch die Zukunft vorstellt. Die Menschen hier haben einige Träume, so will Ulan gerne später mal ein Haus auf dem Land haben , mit seiner Familie und Tieren. Und gleichzeitig einen richtigen Beruf erlernen. Er ist im Kopf absolut fit, nur auf Grund seiner " Glasknochen" körperlich sehr eingeschränkt, was ihm durchaus bewusst ist.
Außerdem haben wir zwei neue Bewohner im Dorf, Anton ein 20 jähriger und ziemlich fitter, physisch als auch mental, er bringt etwas Schwung in das ganze Dorf auch wenn er nicht so einfach ist. Freitag ist dann noch Aishan gekommen, die die ersten Stunden totunglücklich war und gar nicht so gerne hier sein wollte. Ich bin gespannt wie sie sich über das Wochenende eingelebt hat. Ansonsten scheint es momentan im Dorf sehr gut zu laufen. Die Konflikte, die bestanden sind geklärt und generell gab es ein paar neue Umstrukturierungen.
Das in letzter Zeit gebaute Gewächshaus, welches durch eine finnische Organisation finanziert wird, soll durch Bewohner und Arbeiter in nächster Zeit bewirtschaftet werden. So können viele Lebensmittel selbst angebaut werden.
Und damit auch alle bei guter Laune bleiben , habe ich beschlossen, jeden Mittwoch einen Kuchen zu backen, was sehr sehr sehr viel Begeisterung ausgelöst hat. So finden sich auch immer Helfer und ein paar Schleckermäulchen zum naschen.
Zu Zeit bereitet mir das Leben echt viel Spaß und ich bin echt froh hier zu sein. Hinzu kommen noch tolle Nachrichten aus der Heimat- mir geht es gut !